Teil eines Werkes 
4. Bd. (1867)
Entstehung
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und im voraus über den Ausgang, welchen zu Löbel Aaron's größtem Mißvergnügen dieſes Luſtſpiel neh⸗ men werde. Urtheilten die Chriſten ſo, um ſo mehr noch die Juden, die großes Aergerniß an ihres Glaubensgenoſſen beklagenswerther Blindheit nahmen. Wenn Löbel Aaron nach Deſſau kam, mußte er manche ihm geltende beißende Bemerkung hören, Manche redeten ſogar in ſeiner Gegenwart von einem Abtrünnigen und dergleichen. Löbel Aaron's Scharf⸗ blick überſah nicht die wachſende Gefahr für ſich und ſeinen Schützling. War eine Entdeckung des Aſyls deſſelben ſo ganz unmöglich vor den ſcharfen Augen der Spürer? Nein. Hubert's Entfernung ſchien ihm daher dringende Nothwendigkeit und mit Mühe erlangte dieſer die Zuſage einer Friſt von noch drei Wochen. Löbel Aaron würde ſich nicht dazu verſtanden haben, wenn er nicht ſelbſt an ſeinem Schützling Wohlgefallen gefunden hätte. Jeder einigermaßen gebildete Jude beſitzt große Neigung zu gebildetem Umgange, und die damalige excluſive geſellſchaftliche Stellung der Juden machte natürlich nur noch mehr den Wunſch nach einem ſolchen in dem Gemüthe eines Mannes rege, der ſelbſt nicht zu dem unwiſſenden Theile ſeines Volkes gehörte. Löbel Aaron's Scharf⸗ blick hatte bald in Hubert einen jungen Mann erkannt,