einen Conflict zu bringen.
ja aus dem Aeußern, aus den Mienen des täglich Geſehenen zieht man mancherlei Schlüſſe über den Stand ſeiner Lebensverhältniſſe und ſeines körper⸗ lichen Befindens. Derartige Beobachtungen ſind eine Art Studium, das nicht unintereſſant iſt und dem man ſich zuletzt mit einer gewiſſen Vorliebe hin⸗ zugeben pflegt, weil es in keinem Falle Anſtren⸗ gung erfordert. Es konnte daher auch nicht fehlen, daß Gottfried Almarich's öfteres Paſſiren des nach dem Städtchen Aken führenden Weges auffiel.
Seine herkuliſche Geſtalt im Jägerkleide zeichnete ihn zu hervorſtechend aus, als daß man ihn hätte überſehen können. Bald kannte man ihn, erfuhr auch, wer er ſei, und daran ſchloß ſich natürlich die Frage: wohin geht er wohl ſo oft? Auch dies er⸗ ſpähte man. Er beſuchte Löbel Aaron's, des reichen jüdiſchen Fuhrwerksbeſitzers, Haus. Nun war Alles am Tage.
Löbel Aaron hatte zwei ſchöne Töchter, und nichts lag näher als die Vermuthung, daß der Nimrods⸗ ſohn einer dieſer altteſtamentlichen Schönen den Hof mache. Dieſer Schluß ſchien ſo unumſtößlich richtig, daß man nicht daran dachte, Almarich's Beſuche mit der jüdiſchen Orthodoxie Löbel Aaron's in irgend Man lachte im Stillen


