Teil eines Werkes 
3. Bd. (1867)
Entstehung
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Rahmen aufgeſpannte Arbeit. Es war ein tiefes Weh, das jetzt ihr Herz durchzog. Auch ſelbſt dieſe ſo herzensgute hohe Frau fand keine Willkür darin, daß ihres Gemahls Durchlaucht ſie, das arme, vermögens⸗ und freundeloſe Fräulein, als einen Gegenſtand oder Waare verhandelt hatte, über die ihm das unbeſtreit⸗ barſte Beſtimmungsrecht zuſtehe.

Die Fürſtin brach das Schweigen endlich mit den Worten:

Regina, das iſt ein übler Trotz, dem Sie ſich hingibt, gleichſam um ſich an dem Schickſale zu rächen, welches mit rauher Hand Ihren Liebestraum zerſtört hat.

Das Fräulein ſchien ſie nicht zu verſtehen, es hob das bisher auf der Arbeit haftende Auge nach ihr auf und fragte ſichtbar überraſcht:Meinen Liebestraum 20

Ja, Ihren Liebestraum, wiederholte die Fürſtin mit dem gewichtigen Tone der Ueberzeugung.Es läßt ſich leicht einſehen, daß ſich eine große Bitterkeit Ihres Herzens bemächtigt haben muß, da Sie nun zu der Erkenntniß ſich gedrängt fühlt, wie unpaſſend Ihre Neigung zu dem Gottfried Langermann ge⸗ weſen iſt.

Dieſe Wendung hatte Regina allerdings nicht er⸗ wartet, ſie überraſchte ſie und faſt wäre ihr ein Lächeln