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glaube, daß ein Mann, der Selbſtachtung und Gefühl für Ehre in ſich trägt, unmöglich auf einer Ehe be⸗ ſtehen kann, von der er im voraus weiß, daß ſie vom andern Theile als ein Unglück angeſehen wird. Ich kann mich nicht mit dem Gedanken befreunden, daß es mit Fug und Recht ein Machtgebot geben ſoll, das mich zum Unglücklichwerden verdammt.“
Regina hatte ſich ſo ſehr in Eifer hineingeredet, daß ſie den Muth in ſich fühlte, ihre Antwort mit einem ganz beſtimmten Ausdruck zu ſchließen, welcher als ihr feſter Entſchluß für den Fall, daß man noch härtern Zwang gegen ſie anwenden wolle, zu be⸗ trachten war.„Ich werde Bonnafox nie meine Hand geben, lieber— ſterben“, ſagte ſie mit gehobener Stimme.
„Mein Himmel, ſo ſpreche Sie doch nicht ſo, als habe Sie ſchon über ſich beſchloſſen“, ſprach die Fürſtin erſchrocken über dieſe feſte Willensäußerung, die ſie Regina gar nicht zugetraut hatte. Eine Pauſe trat ein, die endlich von der hohen Frau mit dem Ausrufe beendet wurde:„Was ſoll da nun werden! Ich weiß es nicht. Bonnafox hat meines durchlauchtigen Ge⸗ mahls Zuſage, mit Louiſens Hochzeit ſoll auch die Ihre gefeiert werden.“
Regina antwortete nicht, ſie blickte auf die im 14*


