Teil eines Werkes 
3. Bd. (1867)
Entstehung
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das

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meine, wenn er den Sieg über thörichte Abneigungen oder, wie es gerade trifft, über unpaſſende und ver⸗ werfliche Neigungen davonträgt.

Die letztere Bemerkung erſchreckte Regina un⸗ gemein. Sollte die Fürſtin Kenntniß von ihrer Liebe zu Hubert haben, in dem ſie nur den Korporal Philipp erblickte, wie ihre Worte es ja deutlich genug bezeich⸗ neten? War ein Verrath an ihr begangen worden? Indeß dieſe Vermuthung Regina's fand keinen wei⸗ tern Anhalt, da die hohe Frau dieſen Gegenſtand der Beängſtigung für ſie auch mit keiner Silbe weiter berührte, folglich anzunehmen war, daß die Worte unpaſſende und verwerfliche Neigungen von keiner andern Bedeutung hatten ſein ſollen, als nur einen Gegenſatz des Sinnes im vorhergehenden Satze damit auszudrücken.

Der Fürſtin war die Erregung bei Regina nicht entgangen und ſie glaubte ſich auf dem rechten Wege, um mit ihr ein offenes Wort reden zu können, von dem ſie entſcheidenden Einfluß verhoffte.Laſſe Sie die Arbeit auf eine kurze Zeit ruhen und höre Sie mir zu.

Regina leiſtete der Weiſung ſofortige Folge, und die nun an ſie gerichtete Mahnung ihrer fürſtlichen Herrin beſprach mit großem Eifer ihr übles Verhältniß 14

Carion, Der alte Deſſauer. III.