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digen ein, der ſich auf die Manipulationen der Wün⸗ ſchelruthe verläßt, die ihm die in der Tiefe verborge⸗ nen Erzgänge andeuten ſoll. Wollte ſie doch im Herzen und im Denken Regina's etwas erwecken, das im Stande war, dieſer eine Stütze zur Selbſterhebung über widrige Verhältniſſe zu werden. Sie glaubte, wenn es ihr gelänge, Herz und Verſtand Regina's anzuregen, ſo würde dieſe für eine eindringliche Zu⸗ ſprache empfänglich werden.
„Wenn ich ſo an die Zeit zurückdenke, wo ich mir meiſt ſelbſt meine eigene Ausſtattung arbeitete, da tritt es als eine wunderbare Genugthuung an mich heran, daß ich damals meinem Verſtande ein noch größeres Recht als meinem Herzen einräumte“, hob die Fürſtin zu dieſem Zwecke eines Vormittags an.„Es war ein ſchweres Ringen, das ich da durchmachen mußte. Mein Gemahl liebte mich, ich wußte das wohl, aber ſein zorniges Weſen, das Gewaltſame in ſeiner Handlungs⸗ weiſe, die Willkür, die er bei keiner Gelegenheit zügelte, prophezeiten mir eine traurige Zukunft. Ich befand mich in einem argen Zwieſpalt mit mir ſelbſt.“
Nach kurzer Pauſe redete ſie weiter:
„Es war ein Wagniß, wie auch alle Leute es da⸗ für anſahen, daß ich mich entſchloß, als Gemahlin an des Fürſtenſohnes Seite zu treten, doch ich habe nicht


