Teil eines Werkes 
3. Bd. (1867)
Entstehung
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im Garten beſchäftigten, wo eine Annäherung Regi⸗ na's an ihn ſchon deshalb unmöglich wurde, weil ſie nur unter den Augen Mehrerer ſtattfinden konnte. Es war ſelbſtverſtändlich, daß von ſeiten Gottfried Al⸗ marich's nichts gethan werden konnte, um dieſen Uebel⸗ ſtand zu beſeitigen. Unter welchem Vorwande hätte er ſich Eintritt ins fürſtliche Schloß verſchaffen wollen? Regina ſah ſich alſo ſo ziemlich vollſtändig iſolirt und ohne alle Nachricht von Hubert. Wie gern wäre ſie zu Sibyllen geeilt, um dort etwas von ihm zu erfahren, aber mußte ſie nicht den Schein meiden? Es gab ſo viele wache Augen, die auf dieſem Wege ſie bemerkt hätten, und würde nicht ſchnell die Muth⸗ maßung, ihr Gang zu Brommers geſchehe nur, um den Gottfried Langermann zu ſehen, ihr Herz ziehe ſie dahin, das Ohr ihrer fürſtlichen Gebieterin erreicht haben?

Schwer bedrückt von der Angſt um Hubert und von der tiefen Bekümmerniß, jeden Weg, von ihm Nachricht zu erhalten, verſchloſſen, ſich ſo gleichſam ganz ver⸗ laſſen zu wiſſen, konnte ſie eine tiefe Niedergeſchlagen⸗ heit nicht bemeiſtern. Wenn auch in ihrer Seele zu⸗ weilen die Hoffnung aufſtieg, daß dieſes fortgeſetzte Bangen unnöthig ſei, Hubert gewiß auf Mittel ſinnen und eins finden werde, ſie von der Verbindung mit

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