Teil eines Werkes 
3. Bd. (1867)
Entstehung
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können. Dieſes Vorhaben auszuführen, machte keine Schwierigkeit, denn Gottfried hatte ein Schreiben an den alten Langermann von deſſen Neffen abzugeben. Freilich tobte der alte Waidmann gar läſterlich, daß ſein Neffe, den er in Bubainen glaubte, doch ſeinem Muſikantentriebe nachgegangen ſei und jetzt in Wien herumvagabundire; aber da erhob Frau Martha einen ſo ernſten Widerſpruch, daß ihr Alter ſchweigen mußte, denn nicht nur, daß ſie ihm gerade herausſagte, ſie hätten alle Urſache, ſtolz auf einen Neffen zu ſein, der ſo großem Herrn wie die kaiſerliche Majeſtät etwas vorgeigen dürfe, ſondern es komme ihnen auch gar nicht zu, darüber zu brummen, daß er nicht in Bu⸗ bainen als eine Rechenmaſchine ſitze, weil in dem Briefe es ausdrücklich ſtehe, wie die durchlauchtige Frau Annelieſe, wohl erkennend, daß er nur fürs Muſikweſen geſchaffen, ihm zu ſeiner Freiheit verhol⸗ fen und er ihr ewig dankbar dafür ſein wolle. Und wenn noch ein Nachdruck fehlte, um des alten Langer⸗ mann ſtörrige Geſinnungen zur Aenderung zu bringen, ſo erfolgte dieſer durch Gottfried Almarich's Erzäh⸗ lung, daß ihr Neffe eine geachtete Stellung in Wien einnähme und einen ſo guten Gehalt bezöge, wie ein ſolcher wohl nicht ſo leicht einem Jägersmann von Profeſſion zu Theil würde.