7
zuſammenzukommen, war ihr ganz unmöglich. Die briefliche Mittheilung, die ſie mit einander verabredet hatten, erwies ſich als höchſt gefahrvoll, nur die äußerſte Vorſicht konnte einen möglichen Verrath ver⸗ hüten. Und in dieſer Situation ſollte Hubert ſie ver⸗ laſſen! Gegen ſeine projectirte Mitreiſe zu proteſtiren, war undenkbar, der Fürſt betrachtete dieſe ihm ge⸗ währte Vergünſtigung als eine beſondere Gnade, und ſo blieb ihm nur das Gehorchen. Mit Mühe und zwar nur durch eine Liſt hatte es Regina möglich ge⸗ macht, daß er von ihr perſönlich Abſchied nehmen konnte.
Sie hatte Prinzeß Louiſe beredet, ihrem Bräutigam, dem Fürſten Victor, zu ſeinem Geburtstage einen ſauber geſchriebenen Glückwunſch zu überreichen, und verſichert, Niemand im ganzen Schloſſe verſtehe es, ſo prächtig zu ſchreiben als der in ihres Vaters Kanzlei beſchäftigte Gefreite Philipp. Ihr Oheim, der Herr Kanzler, habe deſſen Handſchrift als eine ausgezeichnete gerühmt. Prinzeß Louiſe fand den Gedanken allerliebſt, er war etwas ganz Neues. Auf Regina's Rath wählte Hubert zur Ablieferung der fertig gewordenen ſchönen Arbeit an die junge Fürſtentochter eine Stunde der Abendzeit, wo die Prinzeß noch bei ihrer durchlauchtigen Mutter verweilte und Regina ihrer harrend allein war.


