Teil eines Werkes 
3. Bd. (1867)
Entstehung
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Wenn es ſich nur halbwegs thun ließ, war er in ihrer Nähe und überhäufte ſie mit Schmeichelworten Es war faſt merkbar, daß er ſie auf dieſe Art zu überwachen ſich beſtrebte, denn der Gedanke, daß ein Anderer, den er nicht kannte, der Gegenſtand ihrer Neigung ſei, ließ nicht ab von ihm. Regina's Be⸗ nehmen gegen ihn war durchaus nicht das einer Ver⸗ lobten, die den Tag herbeiſehnt, der ſie mit dem Manne ihrer Wahl vereinigen ſoll.

Wie ſehr auch Bürgermeiſter Bonnafox ſeine Auf⸗ merkſamkeit in Betreff aller derjenigen ſchärfte, mit welchen Regina in Berührung kam, ſo war es ihm doch unmöglich, irgend eine Entdeckung zu machen, die ſeinen Eifer, einer von ihr unterhaltenen geheimen Liebe auf die Spur zu kommen, gerechtfertigt hätte, und es blieb ihm nichts übrig als die Annahme, Fräulein von Milagsheim könne den Gottfried Langer⸗ mann nicht vergeſſen. Regina fühlte ſich durch dieſe Zudringlichkeit des ihr verhaßten Mannes ſehr un⸗ glücklich, und die Bangigkeit ihres Herzens ſteigerte ſich nur noch mehr, als der Winter ihr die Gelegen⸗ heit nahm, öfter mit Hubert zu ſprechen. Der Garten ward in dieſer Jahreszeit ſchon zeitig am Nachmittage geſchloſſen, und irgendwo anders mit ihm

lich in ſeinen Aufmerkſamkeitsbezeigungen gegen ſie.