Teil eines Werkes 
3. Bd. (1867)
Entstehung
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Sie hatten ſich ſo unendlich viel zu ſagen, wie immer die Liebe reich im Auffinden von neuen An⸗ knüpfungspunkten für ihr Denken und Fühlen zu ſein pflegt, doch auch Anderes, ſein Schickſal, mußte unter ihnen beſprochen werden. 5

Durch den nach Wien gekommenen Gottfried Langermann hatte Doctor Weilenberger einen von Hubert ſelbſt geſchriebenem Bericht ſeines Lebenswegs von jener Stunde an bis auf die jetzige Zeit empfangen, welcher ſofort an Prinz Eugen übermittelt worden war. Seine Befreiung hatte Hubert der Kaiſerin zu danken. Seine Mutter und Prinz Eugen waren die⸗ jenigen geweſen, welche die erhabene Frau zur Theil⸗ 4 nahme an dem Geſchicke des Unglücklichen ſtimmten, dem dem Geſetze nach mindeſtens eine mehrjährige Kerkerhaft in einer der wegen ihrer ſcheußlichen Jammerhöhlen verrufenen Feſtungen in Ausſicht ſtand, denn die gegen ihn in Gang gebrachte Anklage fiel ſchwer in die Wage. Er habe, ſo lautete dieſelbe, einen zur katholiſchen Kirche Uebergetretenen, Bela Iſtvanſi, auf offener Straße als einen Verräther an⸗ gegriffen und ſei ſelbſt mit entblößter Waffe auf den Wagenſchlag der Carroſſe Sr. Majeſtät des Kaiſers geſprungen, eine That, welche nach damaligen Be⸗ griffen unter die Rubrik der Majeſtätsverbrechen fiel.