Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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erhielt auch die Verſicherung, möglichſt nach einiger Zeit, wenn er ſich erſt eingearbeitet habe, hinſichtlich einer Anſtellung begünſtigt zu werden. Es war ein Unter⸗ kommen, welches ein Schreiber von Metier ſich nicht beſſer hätte wünſchen konnen, und Hubert war auch inſoweit damit zufrieden, als er ſein Incognito dabei gewahrt wußte. Nur etwas erregte ſeinen Widerwillen. Die alte Dame, eine Verwandte des Geheimraths, zeigte ſich ihm auffällig abgeneigt, und mit ihr ſtimmte die Dienerſchaft vollſtändigſt. Die erſtere vermißte bei dem Schreiber die von Leuten, welche bezahlt werden, gewohnte Demuth gegen Hochgeſtellte, die Diener wie⸗ der klagten wieder über den unerträglichen Hochmuth dieſes hergelaufenen Menſchen, der ſich mit ihnen nicht

weiter einlaſſe, als es ſchlechterdings nöthig ſei. Hu⸗

bert kümmerte ſich weder um die Gnädige noch um die dienſtbaren Geiſter.

Die Schreiberei beim Geheimrath war wenig an⸗ ſtrengend; der alte Herr hatte nur einen Theil der Correſpondenzen an die bei auswärtigen Höfen be⸗ glaubigten Geſandten Sachſen⸗Polens, darunter die an den zu Wien reſidirenden Grafen von Lagnasco. Hubert, welcher, wenn das Schriftliche der betreffenden Meldungen an dieſe Herren beendet war, auch die Ver⸗ ſiegelung der Papiere zu beſorgen hatte, nahm die Ge⸗