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ſo unverrückt beibehalten werde. Die Fürſtin mußte bei ſochen Erheiterungen ihres Gemahls natürlich von einem eigenthümlich wohlthuenden Genuſſe der abend⸗ lichen Herrlichkeit abſehen, denn Herr Leupold blieb immer derſelbe, ſeine Art und Weiſe veränderte ſich nicht, und wenn auch die Ruhe und Stille, welche den Garten ſo lauſchigeheimiſch machte, inſofern einen Einfluß auf ihn übte, daß er ſich ſehr zur Heiterkeit geneigt zeigte, ſo trug doch auch dieſer Ausdruck einer guten Gemüths⸗ ſtimmung das ihm einmal aufgedrückte Gepräge der Rauheit; ſelbſt ſein herzliches, jedoch ſehr heftiges Ge⸗ lächter war ganz dazu geeignet, ſchüchterne Gemüther zu erſchrecken. Es gehörte unter allen Umſtänden eine Ge⸗ wöhnung dazu, um aus dem lärmenden, polternden Weſen des Fürſten das herauszufinden, was wirklich liebenswürdig war.
Man hatte in einem Rondel Platz genommen. Die Diener hatten Wein aufgeſetzt, dem in ſolchen guten Stunden Se. Durchlaucht gern zuſprach und es liebte, wenn auch ſeine ältern Söhne ſeinem Beiſpiele folgten. Die Abenteuer ſeiner Feldzüge in Italien waren es beſonders, deren er ſich im Familienkreiſe mit größter Lebhaftigkeit erinnerte, und obwohl er ſie ſchon öfter erzählt hatte, ſo kam er doch bei ſolchen Gele⸗ genheiten gern auf dieſelben zurück und Niemand wagte


