Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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men ſeiner Gemahlin und Töchter zu hören, denen, das wußte ſie, es ſicher viel Vergnügen machen würde, ſie zu einer freudeloſen Verbindung gezwungen zu ſehen, un d ſie mied des Oheims Haus, um dieſen ſie ängſtigenden Redereien zu entgehen. Wie es gekommen ſei, daß der Poſtverwalter Eintritt beim Kanzler gefunden, da früher auch gar keine Beziehung zwiſchen beiden ſtattgefunden hatte, das wußte ſie freilich nicht und ahnte es auch nicht einmal, indeß ſie ſollte im Verlaufe der Zeit doch eine Ahnung davon bekommen, welche Hebel in Bewe⸗ gung waren, um ſie zu einer Verbindung zu drängen, die ſie, auch wenn ſie keine andere Neigung im Herzen getragen, doch verabſcheut hätte.

Der durchlauchtige Herr Leupold, welcher trotz aller ſeiner Rauheit und ſeiner mit denen der meiſten übrigen Menſchen ſcharf contraſtirenden Anſchauungen doch eine ganz beſondere Neigung für das Glück beſaß, inmitten ſeiner Familie ſich zu befinden, liebte es, an ſchönen Abenden, vorzüglich bei Mondbeleuchtung, mit ſeiner Gemahlin und ſeinen Prinzen und Prinzeſſinnen im Garten zu luſtwandeln. Die ſchönen lauen Abende des Auguſt luden beſonders zu dieſem Vergnügen ein, und zwar um ſo mehr, als man nicht wiſſen konnte, von welcher Beſchaffenheit der September ſein und ob auch er die freundliche Phyſiognomie ſeines Vorgängers