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einer Stelle, ohne zu ſpeiſen und zu füttern, auf ihren Herrn zu warten. Unter Beleuchtung einer Menge Fackeln ſchwamm die deſſauiſche Equipage auf zwei zum Ue⸗ berſetzen der Saale in Bereitſchaft gehaltenen großen Fähren ans jenſeitige Ufer und verſchwand wie ein ſpur⸗ loſer Spuk im Dunkel der Nacht.
Fürſt Leupold war einmal ſo recht in ſeiner Art vergnügt geweſen und dieſe Erinnerung begleitete ihn nach Deſſau, wohin er nach einigen Tagen zurückkehrte.
Dort hatte ſich hinſichtlich der Ordnung der Dinge nichts verändert, weil Alles daſelbſt ſeinen gewohnten Gang nahm, wie dies in einem ſtreng militäriſch organiſirten Staatsgetriebe ſtets der Fall zu ſein pflegt; nur in den Verhältniſſen einiger, dem Leſer bekannten Perſonen war ein Wandel eingetreten, der ihre Zukunft tief genug berührte. Mosje Bonnafox Bewerbung um Regina's Hand war deutlich und für die damit Beehrte ſehr erſchreckend hervorgetreten. Der Kanzler, welcher ſich immer noch als der einzige ihrer Verwandtſchaft be⸗ wieſen hatte, der Regina nicht offenbar feindſelig ge⸗ ſinnt war, bezeigte bei dieſer Gelegenheit ſo wenig Theilnahme an ihrem einſtigen Glücke oder Wehe, daß er ihren Widerwillen gegen Mosje Bonnafon eine Albernheit nannte.
Regina glaubte anfänglich aus ihm nur die Stim⸗


