Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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Jemand, dem der Fuß ſchmerzt, ſich aus Vergnügen dar⸗ über den Kopf abſchlagen ließe.

Die Tanzluſt des Fürſten, während welcher Zeit die Grenadiere im Saale Parade machten, endete erſt nach Verlauf von zwei Stunden, wo die Soldaten noch⸗ mals reichlichſt beſchenkt entlaſſen wurden, aber im Schloßhofe noch dreimal bei voller Muſik Salve ſchie⸗ ßen mußten. Nachdem die Verwüſtungen im Saale, ſo gut ſich das in der Eile thun ließ, beſeitigt worden waren, wurde die Tafel ſervirt, und die deſſauiſche Durch⸗ laucht, höchſt vergnügt über all den Jux, welcher Höchſt⸗ dieſelbe hier erfreut, brachte mit den Ihrigen in Geſell⸗ ſchaft des herzoglichen Paares und der Gäſte des letztern an derſelben bis um zehn Uhr zu, wo endlich der von Vielen im Stillen ſehnlichſt herbeigewünſchte Ab⸗ ſchied dieſes bizarren hohen Gaſtes höchſt friedlich erfolgte.

Das ſonſt ſo ſtille Merſeburg hatte einen wunder⸗ baren Tag erlebt und ſeine Bevölkerung drängte ſich zu dieſer Nachtſtunde noch um die auf dem Domplatz ſeit Mittag ununterbrochen haltenden Pferde, Wagen und Bedienten des preußiſchen Feldmarſchalls und ſeiner Suite. Dieſen Vier⸗ und Zweifüßlern waren dergleichen Geduldproben nichts Seltenes; ſie waren daran ge⸗

wöhnt, viele Stunden, ja ganze Tage und Nächte auf,