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glänzende, bewegliche militäriſche Schauſpiel, um zugleich den Deſſauer anzuſtaunen, welcher letztere allerdings in ſeiner Perſon der Anziehungspunkt für aller Blicke wohl zu ſein verdiente, denn ſicher hatte man noch nie einen Feldmarſchall dergeſtalt coſtümirt geſehen wie ihn.
Zu der preußiſchen Feldmarſchallsuniform trug er grauleinene Unterkleider vom gröbſten Zeuge und ein⸗ fachſten Zuſchnitte. Bei ſeiner langen Figur war dieſe ſeltſame Zuſammenſtellung von Kleidungsſtücken noch viel auffallender und würde ſicher der umgekehrte Fall, die Erſcheinung eines Matroſen in ſeidenen Escarpins und blitzenden Schnallenſchuhen, ſtatt des ariſtokratiſchen Fracks ſeine gewöhnliche ſteife Theerjacke auf dem Leibe, nicht mehr Senſation gemacht haben. Seinen kleinen Hut zierte das alte brandenburgiſche Feld⸗ zeichen Eichenlaub, welches von der Schlacht bei War⸗ ſchau unter dem großen Kurfürſten hergeleitet wird.
Die Uebungen waren dermaßen zu ſeiner Zufrieden⸗ heit ausgefallen, daß, als ſie beendigt waren, er dem Re⸗ gimente zweihundert Thaler ſchenkte, um ſich dafür Ver⸗ gnügen machen zu können, und nachgehends den Grena⸗ dieren noch insbeſondere viele Dukaten, Thaler und Gul⸗ den ſpendete. Ein koſtbares Frühſtück in Oberſt Marche s Zelte vereinte dann den Fürſten und ſeine Prinzen und Offiziere mit den ſächſiſchen Offizieren bis nach ein


