Uhr, dann aber rief der Appellſchlag die Grenadiere des Regiments in vollkommenſter Ausrüſtung zuſammen, und nachdem der durchlauchtige Herr Leupold ſie nach ſeinem Belieben in Glieder abgetheilt hatte, marſchirte er, ſeine beiden ältern Prinzen mit bloßem Degen voran, in Mitte der Grenadiere mit ſeinem jüngſten Sohne Moritz, ebenfalls mit entblößtem Degen, durch die Gaſſen der Stadt aufs Schloß. Dieſen militäriſchen Zug ſchloſſen die preußiſchen und die Offiziere des ſächſiſchen Regi⸗ ments, gefolgt von einer ungeheuren Menſchenmenge, welche jedoch von den herzoglich ſächſiſchen Trabanten mit Gewalt vom Nachdrängen ins Schloß zurückgehal⸗ ten wurde. Jedermann ahnte, daß dieſer merkwürdigen Proceſſion etwas noch Merkwürdigeres folgen werde, und Niemand hatte ſich in dieſer Vermuthung getäuſcht. Das Seltſame, Gewaltthätige war ſo ganz im Geſchmacke der deſſauiſchen Durchlaucht, daß ſelbſt im Schloſſe, wo Herzog Moritz Wilhelm, welcher eine große Geſell⸗ ſchaft von fürſtlichen und andern hohen Standesperſo⸗ nen zur Tafel geladen, eben das Zeichen zum Beginn derſelben gegeben hatte, alle von einem paniſchen Schrecke ergriffen wurden und die dampfenden Speiſen in größter Eile wieder abgetragen werden mußten, als die Meldung vom Herannahen des Deſſauers mit ſeiner auffallenden Begleitung anlangte. Fürſt Leupold hatte die ihn auf
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