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„Es wird, hoffe ich, nicht das letzte Mal ſein, daß wir uns ſehen. Ich denke, Sie in Paris in Ihrem Hotel als Ihr Kunſtverwandter begrüßen zu können, Madame. Ich, der Ciſeleur von Gottes Gnaden, werde doch nicht ganz leer ausgehen, wenn es Andern gelingt, ſich Herzen zu ereiſeliren! Was meinen Sie dazu?“
„Sire, Ihres großen Rußlands Herz umfaßt faſt einen Welttheil und lebt fort, wenn auch Jahrhunderte vergangen ſein werden. In dies weite, gewaltig ſchlagende Herz haben Sie Ihren Ruhm für ewige Zeit eiſelirt, und wie die Zeitgenoſſen Ihre Schöpfung bewundern, ſo werden es auch die Nachkommen thun“, antwortete die Herzogin mit einer tiefen Verbeugung.
Ueber des Zaaren Geſicht flog der Ausdruck großen Vergnügens.„Iſt es mir doch, als ſäße ich wie vor vier Jahren auf dem Geländer der Dinglinger'ſchen Plattform zu Dresden und eine gewiſſe Mademoiſelle Zephanja redete zu mir von dem, was meine Seele allein erfüllt, von meinem heiligen Rußland, das jetzt noch unter den Na⸗ tionen der Erde ein Kind iſt, einſt aber ein Rieſe ſein wird, unter deſſen Auftreten die morſch gewordenen Throne ſeiner Feinde brechen werden“, ſagte er.„Dann bin ich nicht umſonſt meine Bahn gewandelt.“ Ihre Hand küſſend, ſetzte er hinzu:„Madame, auf frohes Wiederſehen in Ihrem ſchönen Frankreich!“


