211 ſinken machte. Die Wucht des Schlages war von ſolcher Gewalt, daß auch Sophie mit dem zu Boden Stürzen⸗ den niederfiel.
Auf der Bühne erhob ſich gleichzeitig der Ruf mehrerer Stimmen:„Er muß hier ſein! Nirgends anders! Er hat nirgends hinaus gekonnt.“—„Im Namen des hochedeln Rathes unſerer freien Stadt Danzig muß Alles genau durchſucht werden!“ rief eine durchdringende Stentor⸗ ſtimme und wenige Sekunden ſpäter drangen Stadtdiener in den Garderoberaum, Jürg Weber mit blutrünſtigem Geſicht und ſein Begleiter mit ihnen.
„Da iſt er! Das iſt der Mörder!“ rief Jürg, den Junker am Boden erblickend.
Als man Fiekchen aufhob, fand ſich's, daß beim Nie⸗ derſturz des von dem Keulenſchlage zuſammenbrechenden Junkers, in den ſie mit geriſſen worden, der Dolch in ihrer Hand, die jener krampfhaft feſtgehalten hatte, durch eine üble Wendung ihr tief in die eigene Bruſt ge⸗ drungen war.
Wenn auch tödtlich, ſo war die Wunde doch nicht der Art, daß ſie ſofort den Tod hätte nach ſich ziehen ſollen. Der Ausſpruch der Aerzte gab Sophien noch eine Lebens⸗ friſt von einigen Tagen. Pinetti, der Darſteller des Hercules, gab an, daß er in dem Wahne geweſen, der
Junker ſei ein Dieb, welcher, da der überfüllte Zuſchauer⸗ 14*


