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Jeder, daß ihr Herz keine Freude daran fand und ihre Gegenwart nur das Ergebniß ihres Beſtrebens war, der allbekannten Selbſtſcheidung zwiſchen ihr und demſelben † das Gepräge des Haſſes zu nehmen, den man von
feindlicher Seite ihr nur allzugern angedichtet hätte. Wie ſehr ſie ſich ſelbſt verleugnen konnte, hatte ſich namentlich beim Beſuch des Dänenkönigs am Dresdener
Hofe herausgeſtellt.
Seiner heißgeliebten Reichsgräfin Coſel die möglich 1 höchſte Ehre zu erweiſen, hatte König Auguſt die An⸗ . weſenheit ſeines erhabenen Freundes vom Inſelreiche erwählt, indem er einen prachtvollen Götteraufzug ver⸗ anſtaltete. Der Dänenkönig, der ehemalige Landesherr der Coſel, ſtellte den Jupiter, Auguſt den Apollo vor, die ſchöne Conſtanze erſchien als Diana mit ihrem Nym⸗ phenchore und einer Muſikbande, in einem von goldenen Schnitzereien blitzenden Triumphwagen. Umfloſſen von Licht und Luſt, konnte es kein reizenderes Weib auf Erden geben; Mohammed's Paradieſes⸗Huris, ſo üppig und ſchön orientaliſche Phantaſie ſie auch ſchildert, hätten vor dieſer wunderbaren Göttin beſchämt zurückweichen müſſen. Die 4 Kurfürſtin dagegen figurirte als beſcheidene Veſtalin in dem Tempel der Veſta. Selten tritt die Wahrheit ſo richtig die Stellungen bezeichnend im luſtigen Spiele auf!
Wenige Jahre waren ſeitdem vergangen und wieder 1*


