durch dermaßen beleidigt, daß von einer Verſtändigung gar keine Rede ſein konnte und Jürg ſich von ihr zurück⸗ zog, ohne weitere Verſuche zu machen, die ſchwer Er⸗ zürnte zu beſänftigen.
Das hatte Elſe nicht erwartet; es erſchreckte ſie nicht wenig, bei ihm abermals Zeichen einer Entſchiedenheit zu finden, welche ihm früher ſo ganz fern lag. Sie fühlte ſich deshalb höchſt unglücklich; aber die Großmutter wieder um Rath zu fragen, vermied ſie, weil dieſe würdige Ma⸗ trone es nur mit den altteſtamentlichen Größen zu thun habe, die einen ſo ſchwierigen Fall, wie zwiſchen ihr und dem Jürg, gar nicht gekannt hätten. Zu deren Zeit müſſe es ganz anders geweſen ſein. Jeſus Sirach hatte ſtark an Renommee bei ihr verloren, denn ſein Spruch: Ein Weib, das ſchweigen kann, iſt eine Gabe Gottes, erſchien ihr als eine Entwürdigung des ganzen weiblichen Geſchlechts.„Warum hätte der Herrgott uns denn Zunge und Mund gegeben, wenn wir ſchweigen ſollen oder wenn's Schweigen etwas ſo gar Verdienſtliches wäre?“ eiferte ſie heftig in ihren Gedanken; aber im Herzen war ihr gar nicht wohl zu Muthe, denn es vergingen mehrere Tage, ohne daß ſich Jürg blicken ließ. Jetzt war es ſicher, er hatte andere Götter neben ihr.
Mademoiſelle Zephanja war in dieſer Nothzeit für ſie der einzige Anhalt. Auch auf dieſer ſchien eine Laſt


