Kraft und den Muth in ſich fühlt, Alles für das ihm vorſchwebende Ziel einzuſetzen. Dieſe Umwandlung würde von keinem Werthe geweſen ſein, wenn ſie nicht auch ſeinem äußern Menſchen ſichtbare Spuren ihres Vor⸗ handenſeins aufgedrückt hätte. Sein offenes, freundliches Geſicht zeigte den trübenden Schatten eines Ernſtes, eines Nachdenkens, wie man an ihm zu bemerken nicht gewohnt war. Gleich einem flüchtigen Rauſche war die glückliche Sorgloſigkeit aus ſeinem Weſen verſchwunden, welche ihn bisher ausgezeichnet hatte; er erſchien ſchweig⸗ ſam und in ſich gekehrt.
Elſe konnte natürlich dieſe Veränderung an ihrem Jürg nicht entgehen. Wenn ſie mit ihm ſprach, geſchah es, daß er Manches, was ſie ſagte, ganz überhörte, und dies Zeichen von Geiſtesabweſenheit ängſtete ſie nicht wenig. Er war ganz im Gegenſatz zu ſonſt nicht ſo unbefangen heiter, es ſchien ihr, als müſſe er ſich Mühe geben, daran zu denken, daß ſie es ſei, welche mit ihm ſpreche. Bei ihrem lebhaften Naturell konnte eine eifer⸗ ſüchtige Regung nicht ausbleiben und ſie entſchloß ſich dieſer Vermuthung ohne weiteres Worte zu geben.„Mir kommt' faſt vor, als hätteſt Du andere Götter neben mir“, ſagte ſie ihm dreiſt auf den Kopf zu. So ernſt ſie auch war, ſo klang dieſe Frage nach Vielgöttern doch ſo komiſch, daß Jürg hellauf lachte; aber Elſe fand ſich da⸗
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