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die Leute kennen zu lernen, mit denen der Junker Um⸗ gang gepflogen, ſo habe ich einen Helfer gewonnen, der mir viel nützen kann. O Herr mein Gott, wenn ich ſo glücklich wäre, das Verbrechen ans Licht zu bringen, welches den Namen meines unglücklichen Vaters entehrt, das ihn in den Tod geſtürzt hat!“
Ergriffen von dem Gefühlsausdruck des Jünglings, erhob ſich die Matrone, auf den an ihrer Seite lehnenden Stab geſtützt, da ihr der eine Fuß durch den Fall über die Hausſchwelle kraftlos geworden. Ihre große Geſtalt hatte etwas Imponirendes, ihr vom Schnee des Alters eingerahmtes Antlitz trug, wie ſchon erwähnt, das Ge⸗ präge der Ehrwürdigkeit. Hochaufgerichtet, das Haupt ſtolz aufgeworfen und indem ihre Augen von einem hellen Glanze leuchteten, ſtreckte ſie die Rechte nach Jürg mit den Worten:„Und es wird Dir gethan werden, wie Dein Sohnesherz es anſtrebt. Das prophezeie ich Dir, ich, das greiſe Weib am Rande des Grabes. Denn ſiehe, ſpricht der Prophet Maleachi, es kommt ein Tag, der brennen ſoll wie ein Ofen; da werden alle Verächter und Gottloſe Stroh ſein, und der künftige Tag wird ſie anzünden, ſpricht der Herr Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweig laſſen.“
Auf Jürg war der Vergleich anzuwenden, daß er über Nacht plötzlich zum Manne gereift ſei, der die


