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und weil der Zufall uns beide zuſammengebracht und ein Wort das andere gab, ſagte er mir offenherzig, daß er durch einen Freund von der geheimen Liebſchaft Fiek⸗ chen's mit dem Junker Oertzen Kenntniß erlangt, ſich mit eigenen Augen überzeugt und deshalb weggeblieben ſei. Deinen Vater habe er mit der Kunde, wie ſich ſeine Tochter verworfen, nicht betrüben wollen.“
„Dann müßte Herr Dinglinger auch vielleicht die Leute kennen gelernt haben, mit denen der Junker verkehrte“, ſchaltete Jürg ein.
„Iſt ſchon möglich, denn es ſcheint ganz unſtatthaft zu ſein, anzunehmen, daß er wegen eines vagen Gerüchts, ohne von deſſen Grund oder Ungrund ſich überzeugt zu haben, ſeine Neigung ſo plötzlich aufgegeben habe. Gewiß iſt's ihm ſchwer genug ans Herz gegangen, denn Fiekchen war ein ſchönes Mädchen, und es war ihm anzuſehen, wie lieb er ſie hatte.“
„So werde ich mit dem Herrn Hofjuwelier ſprechen“, antwortete Jürg nach einer Weile.„Die Sache geht auch ihn gewiſſermaßen an, denn ich kann mir nicht denken, daß Jemand ſo ganz vergeſſen könne, was er dereinſt verloren hat, und ein Herz verlieren, das man mit aller Inbrunſt liebt, muß ein Schmerz ſein, der nicht ſo leicht verwunden wird. Wird Herr Dinglinger, wie ich hoffe, überzeugt davon, daß ſchon viel gethan iſt, wenn es gelingt,


