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was wichtig für ihn war. Junker Oertzen, der Entführer der ſchönen Sophie, ſei bei Seiner Erlaucht dem Herrn Grafen in ſchwere Ungnade deshalb gefallen, weil der erlauchte und ſtark dem Pietismus zugeneigte Herr es für eine Verunehrung ſeines hochgräflichen Namens an⸗ geſehen, daß ſich der Junker unterfangen, ſeine entführte Geliebte in dem Waldhaus Marienhaus unterzubringen, was darauf hindeuten könne, daß er, der Erlauchte, Theil an dem habe, was ſeine tolle Schwägerin von Halbau ihm zum Vorwurfe gemacht. So wäre der Junker ſpur⸗ los vom Hofe verſchwunden, ſein Ohm, der Forſtmeiſter, aber ein paar Jahre darauf geſtorben, doch den Neffen hätte Niemand bei der Beerdigung geſehen. Auch der Kanzler Heinſius ſei nicht mehr am Leben und ein Vetter ſeines Namens wäre an ſeine Stelle getreten. Mit dem
verſtorbenen Heinſius, den Jeder auf der Herrſchaft für
einen ausgemachten Halunken gehalten habe, ſei jedenfalls der begraben worden, welcher die Fäden des Verbrechens des Documentendiebſtahls angeſponnen und genau ge⸗ kannt habe.
„Für wen aber hätte dieſer Kanzler eine ſolche Schand⸗ that ins Werk ſetzen können, wenn Seine Erlaucht der Graf wirklich nichts davon gewußt haben ſoll?“ fragte Jürg.
„Die Frau Prinzeß, Seiner Erlaucht Gemahlin, iſt 12*


