Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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Seele ſich wünſcht. Das queckſilberne Naturell Krümel's, ſo grell es auch gegen des Rathsſchreibers finſtere Ge⸗ müthsart abſtach, war doch ganz geeignet, dieſem ihn lieb zu machen, und in ei Gegenwart wenigſtens klärte ſich der trübe Schatten, der beſtändig auf Stirn und Zügen des dickblütigen Vannes lag, inſoweit auf, daß er ſich mit ihm gern unterhielt.

Solchergeſtalt ſtellte der Schneider in ſeiner kleinen Perſon ein Bindemittel zwiſchen dem Nachbar und der Außenwelt vor, und es war ſogar zwiſchen dieſen beiden im Aeußern wie in ihren Gemüthsäußerungen weſent⸗ lich verſchiedenen Männern eine Art Freundſchaft ent⸗ ſtanden, welche jedoch nach dem 2 Wahnſinnsausbruch des Rathsſchreibers, deſſen Folgen der Krümel⸗Schneider ſo unangenehm empfinden mußte, ſofort für immer zerriſſen geweſen wäre, wenn nicht Frau Spieker den durch die ihm widerfahrene Arretur ſich in ſeiner Reputation gröb⸗ lichſt verletzt haltenden Schneider dahin bewogen hätte, das auf ſeinem Nachbar ruhende Geheimniß herauszulocken. Das war ein Auftrag, welcher dem Meiſter Krümel zu einem ſtolzen Aufſchwung verhalf, da er ihn als einen Beweis der Anerkennung ſeiner Klugheit von ſeiten ſeiner Wirthin, für die er den größten Reſpekt hegte, betrachten mußte.

Auch den Rathsſchreiber Gutbier entließ man noch