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dem Gutbier von der Seegaſſe ſelbander dem Altmarkt zugehe und eine fürnehme Proceſſionsleiche kommt aus der Webergaſſe heraus. Der Gutbier wurde plötzlich ganz ſchweigſam neben mir. Ich ſeh' mir'n an und erſchrecke grauſam. Er ſah wie'n weißes Handtuch aus im Geſicht und ich hab's gehört, wie ihm die Zähn' im Mnnde geklappert haben.—„He, Nachbar Gutbier“, ſag' ich zu ihm,„'s wird Ihm wohl ſchlecht? Komm' Er hier an der Marktſeite hin nach dem Rathhauſe. Da ſind Seine guten Freunde, da kann Er ſich erholen.“— Ja, hätt' ich das zu einem Scheit Holz geſagt, wär's gleich geweſen, Nachbar Gutbier gab ebenſo wenig Ant⸗ wort. Wie eine lange Hopfenſtange, auf deren Spitze ein Menſchengeſicht ſteckt, ſtand er und ſtarrte nach der Proceſſionsleiche, vor der her vier Rathswächter in Trauermänteln, umflorten Hüten und mit den Hellebar⸗ den einherſtolzirten. Und plötzlich packt er mich bei der Schulter, daß ich denk, er will mir'n Schulterknochen ausrenken, und eh' ich mir's verſehe, reißt er mich wie'n Flederwiſch durch die ungeheure Menge Leute hindurch, die da gaffen ſtanden.„Nachbar! Nachbar!“ ſchrie ich; aber ich habe eben nicht lange ſchreien können, denn alle haben auf mich neingepufft, als ſchlügen ſie auf einem Kalbfelle herum.“
Nach einer kurzen Pauſe fuhr Meiſter Krümel fort: Carion, König Auguſt. I. 11


