Teil eines Werkes 
1 (1870)
Entstehung
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geweſen; ſeine Freundſchaft aber trug das Gepräge des ehrlichen und treuen Herzens des Mannes. Und war ſie nicht ſelbſt in bürgerlichen Verhältniſſen erzogen? Wohnte das Glück nur beim Glanze und in den heitern Räumen eines Herzogshauſes?

Ebenſo wenig vermochte ſie des Königs Mahnung an die Iſolirung, welche ſie ſich ſelbſt bereitete, zu ent⸗ kräften.

Onkel Gomeles war in Jahren weit vorgerückt. Sie kannte ihn; er gehörte nicht zu denen, welche ſich leicht an Andere anzuſchließen vermögen, und mit ihrer Entfernung mußte er in eine tiefe Vereinſamung ſich verſetzt fühlen. In dieſem Gedanken lag für ſie eine gebieteriſche Aufforderung, ihn derſelben zu entziehen. Es ſtand feſt bei ihr, nach Paris, das ihr Glück, aber auch ihr Leid geſehen, nie wieder zurückzukehren, Onkel Gomeles ſollte zu ihr kommen und ſie konnte ſich keine Urſache denken, daß er ſeine Einwilligung dazu verſagen werde.

Dies Denken regte ſie ungemein auf. Es war ſchon tiefe Nacht, die Mitternachtsſtunde hatte ausgeklungen, als ſie noch über einem Schreiben an ihn ſaß. Sie hatte ihm ſo unendlich viel mitzutheilen, ſie ſchrieb mit der Seele und verſchwieg ihm nichts. Wie ein Beicht⸗ geſtändniß war es aus der Feder aufs Papier gefloſſen

Illuſion ſich von ihm zu machen, wäre eine Thorheit