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geſtellt, an der er ſo lange Jahre mit raſtloſem Eifer gearbeitet, mit dem Schluſſe ſeines Lebens nichts als ein phantaſtiſcher Verſuch, nichts als ein zerriſſener Faden ſein ſollte, der haltlos in der Luft flatterte und ver⸗ weht wurde, berührte die wunde Stelle ſeines Herzens auf das empfirdlichſte. Und zu dieſem Möglichkeitsge⸗ danken geſellte ſich zum Ueberfluß eine Ueberzeugung, die ihn wie Fieberfroſt durchſchauerte.
Sein Sohn und Thronfolger war ein kraft⸗ und ſaftloſer Wüſtling, dem jeder Aufſchwung zur Beſſerung verhaßt, deſſen tiefe Verſunkenheit in die gemeinſten Laſter auch nicht die Spur einer Hoffnung zuließ, je eine Aenderung ſeiner Sinnesart bei ihm eintreten zu ſehen. Ein ſolcher Nachfolger auf dem Throne war ein lebendiger Fluch für das große Civiliſationswerk, das er, ſein Vater, mit Aufbietung aller ſeiner Kräfte begonnen und bis jetzt, das erhabene Ziel unverrückt im Auge haltend, fortgeführt hatte. Dies ſeine gewaltige geiſtige Kraft lähmende Bewußtſein, nach ſeinem Tode alle Früchte ſeines Strebens untergehend ſich vorſtellen zu müſſen, betäubte ihn wie ein auf ihn niederfahrender Blitzſtrahl, er vergaß die Gegenwart Zephanja's, den Ort, wo er ſich befand.
Im Nu überwuchs ihn eine jener Anwandlungen von Krampf, denen er hülflos unterworfen war. Sein
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