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wortete Zephanja:„Sire, ich ſchwieg auf die mir von Ihnen gegebene begeiſterte Schilderung Ihres Rußland, aber nicht deshalb, weil ſie keinen Eindruck auf mich be⸗ wirkt hätte, im Gegentheil, ſie regte mich zu einem Ge⸗ danken an, den ich nur ſchweigend denken zu dürfen glaubte.“
„Nennen Sie dieſen Gedanken.“
Nach kurzem Zögern ſprach die junge Dame:„Mir drängte ſich unwillkürlich die Frage auf: Wird dieſer Zaar, dieſer echte Sohn ſeines von ihm ſo heiß geliebten Vaterlandes, ein ewiges Leben haben, um ſeine Nation zu der Höhe zu heben, von der er ſo begeiſtert ſpricht? Oder trägt er die Sehergabe ſeines Propheten in ſich, vor welcher die Thaten ſeiner Nachfolger ihm als die gelungene Fortſetzung ſeines großen Werkes erſcheinen?“
Peter blickte vor ſich nieder, ohne eine Antwort dar⸗ auf zu geben. Zephanja ſah, wie ein ſchwerer Schatten ſein Geſicht verdüſterte, ſodaß ſelbſt ſeine Lippen ſich wie krampfhaft auf einander preßten. Es war ſichtbar, daß jeder Funke von Begeiſterung, wie ſie noch kurz vorher ihn beherrſcht hatte, von ihm gewichen, daß ein Schmerz ſich ſeiner bemächtigte, wie eben nur ein Mann einesgleichen empfinden kann, der all ſein Hoffen und Streben zuſammenbrechen ſieht. Die Erinnerung an die
S Möglichkeit, daß die Rieſenaufgabe, die er ſich ſelbſt
Carion, König Auguſt. I. 2
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