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Licht- und Schatten-Gemälde : in gemüthlichen Erzählungen / von M. Freiinn von Callot
Entstehung
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noch ein wenig graͤmen, um ſo lebhafter wird dann die Freude ſeyn.

Es vergingen mehrere Wochen, es ver⸗ gingen Monden, und Mailberg kam immer noch nicht und ſchrieb auch nicht. Ottilie verzehrte ſich in ſtillen Gram, und wankte

bleich wie ein Schatten umher. Einſt fuhr ſie

mit ihren Kindern nach Feldheim, um bei der geliebten Schweſter Troſt fuͤr ihr gequaͤltes Herz zu ſuchen. Marianne war mit ihrem Manne zu einem Beſuche in der Nachbar⸗ ſchaft gefahren. Das ganze Schloß wurde geputzt und aufgeraͤumt, nur Weltings Zim⸗ mer war im gehoͤrigen Zuſtand; die kleinen Weltings fuͤhrten die Tante dahin, um die Ruͤckkehr der Eltern zu erwarten, welche bald erfolgen mußte. Die Kleinen liefen mit Hen⸗ rietten und Adolph in den Garten, um zu ſpielen, und Ottilie blieb allein in der Stube zuruͤck. Sie trat an Weltings Schreibtiſch, ein offener Brief lag vor ihr. Ein flüch⸗ tiger Blick, den ſie auf ihn warf, ließ ihr

Mailbergs Namen gewahr werden. Nun

glaubte ſie berechtigt zu ſeyn, ihn zu leſen; ſie hoffte dadurch doch einmal die bange Un⸗ gewißheit beendigt zu ſehen, in der ſie ſchon ſo lange ſchwebte. Unſelige Neugierde! Ach die baͤngſte Ungewißheit, war dieſer ſchreck⸗

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