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frei geweſen waͤre, wuͤrde er die Schwaͤche ge⸗ mißbilligt haben, mit der ſich dieſer der Leicht⸗ ſinnigen wieder hingab. Um wie viel ſtrafba⸗ rer mußte er ihm nun erſcheinen, da er durch
ſein Betragen ein Weib ungluͤcklich machte,
das jeder, der es kannte, als einen Engel ver⸗ ehrte. Gewohnt, immer den geraden Weg zu gehen, unbekannt mit jenem ſchonenden Be⸗ tragen, das nur zarteren Seelen eigen iſt, handelte er auch hier ſeinem Charakter ge⸗ maͤß. Willig unterzog er ſich der Beſchwerde, einen Weg von mehreren Meilen zu machen, um dem Verlockten einen Seelenſpiegel vor⸗ zuhalten, in welchem ſich dieſer eben nicht in dem ſchoͤnſten Lichte erblickte. Um noch wirk⸗ ſamer zu ſeyn, that er das in Paulinens Ge⸗ genwart, und forderte ſie ſelbſt auf, ihren Freund zu ſeiner Pflicht zuruͤckzuweiſen. Schrecklich war der Eindruck, den die Ent⸗ deckung von Mailbergs Wiederverheirathung mit Ottilien auf Paulinen machte; ſie war davon wie vernichtet. Auch Mailberg war auf das heftigſte erſchuͤttert; Ottiliens Bild, das ſo lange ſeinem Gedaͤchtniſſe entwichen war, erſchien wieder in ſeiner ruͤhrenden Lieblich⸗ keit vor ſeinen Blicken, und die frommen, blauen Augen ſchienen in Thraͤnen gehuͤllt ihn zu fragen:„Was that ich dir, daß du
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