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Licht- und Schatten-Gemälde : in gemüthlichen Erzählungen / von M. Freiinn von Callot
Entstehung
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keit lebte. Als der Wundarzt den erſten Ver⸗ band angelegt hatte, war ſie in das Zimmer getreten, um nachzuſehen, ob der Kranke auch alles habe, was er beduͤrfe. Mailberg lag mit geſchloſſenen Augen in todesaͤhnlichen

Schlummer da, als ſie ſich ihm naͤherte. Sie

ſah ihn an, und ploͤtzlich ſtuͤrzte ſie ſelbſt be⸗ wußtlos zu Boden. Es war Pauline, die den beleidigten Gatten bleich, blutend und ent⸗ ſtellt vor ſich ſah. Sie erwachte, und ihre Thraͤnen floſſen unaufhaltſam. Sie wich nicht von ſeinem Lager, bis der Arzt die wieder⸗ kehrende Beſinnung bemerkte und ſie bat, ſich⸗ zu entfernen, da ihr Anblick ihn zu ſehr er⸗ ſchuͤttern wuͤrde. Erſt nach einigen Tagen, da der Zuſtand des Kranken ſich merklich gebeſ⸗ ſert und der Arzt ihn auf die Erſcheinung vorbereitet hatte, durfte Pauline es wagen, ſich ſehen zu laſſen. O welch ein Wiederſe⸗ hen! Pauline kniete an dem Bette und benetz⸗ te ſeine Hand mit Thraͤnen. Mailberg hob ſie empor und zog ſie an ſein Herz. Pau⸗ line war nun ſeine Waͤrterinn, ſie litt es durchaus nicht, daß irgend eine fremde Hand ihm etwas reichte. Auf einem Stuhle an ſei⸗ nem Bette brachte ſie die Naͤchte zu, und be⸗ lauſchte ſorgſam jeden ſeiner Atheizuͤge. Als das Wundfieber nachließ, und jede Gefahr