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widerſtehlich anziehenden Ausdrucke des Lei⸗ dens. Schiller ſagt: Haſt du die Schoͤnheit nie im Momente des Leidens geſehen? Nie haſt du die Schoͤnheit geſehen!
Ottilie fuͤhlte tief in ihrem Herzen die Wahrheit dieſes Satzes. Der ſchoͤne, ungluͤck⸗ liche Mann, wie innigen, herzlichen Antheil nahm ſie an ſeinen Leiden! was wuͤrde ſie nicht darum gegeben haben, ihn gluͤcklich zu wiſſen! Das gute Maͤdchen war weit entfernt zu ahnden, wie weit dieſes Mitleid ſie fuͤhren koͤnnte, und uͤberließ ſich dieſem daher um ſo ſorgloſer.
Mallberg verließ die Generalinn mit dem Verſprechen, bald wieder zu kommen. Er hielt Wort, und bald brachte er beinahe alle Aben⸗ de in Feldheim zu. Oft bat ſich auch die Ge⸗ neralinn die kleine Henriette auf einige Tage mit ihrer Waͤrterinn aus, und dieſe Tage waren dann immer Feſttage fuͤr Ottilien, die das ſuͤße, kleine Geſchoͤpf nicht von ihren Ar⸗ men ließ, und es mit den zaͤrtlichſten Liebko⸗ ſungen uͤberhaͤufte. Mailberg hatte Gelegen⸗ heit, Ottilien naͤher kennen zu lernen, und taͤglich mehrte ſich ſeine Achtung fuͤr ſie. Vie⸗
le Meilen rings umher war ſie unter dem Na⸗ men des guten Fraͤuleins bekannt, und uͤber⸗
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