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Licht- und Schatten-Gemälde : in gemüthlichen Erzählungen / von M. Freiinn von Callot
Entstehung
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beide waren ſehr gluͤcklich, er lernte das ſanfte Herz ſeiner Verlobten erſt jetzt recht kennen, da ſie es nun fuͤr Pflicht hielt, ihrem kuͤnftigen Gatten auch nicht den kleinſteu Ge⸗ danken zu verbergen; er war entzuͤckt uͤber die jungfraͤuliche Zartheit ihrer Gefuͤhle, und pries taͤglich ſein frohes Schickſal, welches dieſen Engel ihm habe zu Theil werden laſ⸗ ſen. Sie ward gegenſeitig taͤglich mehr von ſeinen edlen Geſinnungen uͤberzeugt, und lernt, dieſen vortrefflichen Mann taͤglich mehr ſchaͤt⸗ zen. Die Eltern waren unausſprechlich gluͤck⸗ lich in dem Gluͤck ihres geliehten Kindes, und alle ſahen der froheſten Zukunft entgegen. In dem erſten Stockwerk des Hauſes, deſſen zweites Dammberg bewohnte, wohnte die junge Graͤfinn Werlitz, die eine der ſchoͤn⸗ ſten Damen W.s und erſt ſeit einem Jahre verheirathet war. So ſtolz auch ſonſt der hohe Adel zu P. iſt, und ſo wenig er der ſogenannten zweiten Nobleſſe den Zutritt in ihre Geſellſchaften verſtattet, ſo machte doch die Graͤfinn hiervon eine Ausnahme; ſie be⸗ ſuchte Dammbergs, lud ſie zu ſich und konnte beſonders nicht ohne Eliſen leben. Der Grund zu dieſer Herablaſſung war wohl nicht ganz reine Herzensguͤte; die Graͤfinn war waͤhrend ihrer Schwangerſchaft ſehr kraͤnklich, und da⸗