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Es iſt nunmehr Zeit, auch den Charakter Sellings(des zweiten von Eliſens Bewerbern, deren wir eben gedachten) zu ſchildern. Guſtav Selling war der einzige Sohn eines reichen Kaufmanns; fruͤh verlor er ſeine beiden El⸗
tern, und kam unter die Vormundſchaft des Gubernialrathes, der weitlaͤufig mit ihm ver⸗ wandt war. Dammberg nahm ihn zu ſich ins Haus, und erzog ihn mit der groͤßten Sorg⸗ falt; er waͤhlte einen rechtſchaffenen, geſchickten Mann von gepruͤftem Charakter zu ſeinem Hofmeiſter, und behandelte ihn in jeder Ruͤck⸗ ſicht wie ſeinen leiblichen Sohn.
Nur um wenige Jahre aͤlter als Eliſe war er ihr treuer Spielgefaͤhrte, und die bei⸗ den Kinder liebten ſich wie Geſchwiſter. Gu⸗ ſtav war ein wilder feuriger Junge, der tau⸗ ſend loſe Streiche aus Muthwillen(nicht aus Boßheit) beging, der Hofmeiſter war ſtreng und ſtrafte hart; der ſanften Eliſe gelang es oft, von dein ernſten Manne Guſtavs Strafe zu erbitten, das gute Maͤdchen bat ſo gern fuͤr den kleinen Wildfang, und wer konnte„ ihren ruͤhrenden Bitten, wer dieſen thränen⸗“— den Augen, dieſer melodiſchen Floͤtenſtimme widerſtehn! Guſtav lohnte ihre Herzensguͤte mit der innigſten Anhaͤnglichkeit; das inte⸗ reſſanteſte ſeiner Spiele ward auf die Seite


