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Manfred : Trauerspiel / von Lord Byron. Teutsch von Adolf Wagner
Entstehung
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fuͤhren mußte. Denn was koͤnnte wol Gegengift gegen Zucht⸗ und Sittenloſigkeit in allen Geſtalten, die wir oben ſchon zum Theil nannten, ſeyn, als Zucht, Sitte, Glaube, Buße, Beſſerung? Wo aber zeigten ſich dieſe noch, ohne verfolgt, der Heuchelei, Froͤmmelei, des My ſticismus, der Kopfhaͤngerei, des Mangels an Lebensart, und wie die Kunſtausdruͤcke jener Schaarwaͤchter alle heißen moͤgen, beſchuldigt zu werden? Alſo iſt Ruͤckkehr und Umkehr allerdings noͤthig; nur daß bis jetzt der rechte Weg verfehlt, und das Land, wie ſeine Sprache, verlernt worden iſt.

Dieſe Winke wollten wir nur geben, um Lord By⸗ rons ganz zeitgemaͤße, nothwendige und in dieſer Reihen⸗ folge uns gar nicht fremde Erſcheinung an ihrer Stelle zu begreifen. Wir moͤchten darum uns zu keiner der bei⸗ den Parteien, die ſie hervorgerufen, ſchlagen, und ihn weder ſo hoch, noch ſo tief ſtellen, als es in unſerer, aus den Fugen und dem Gleichgewichte geruͤckten, Zeit ge⸗ ſchehen iſt. Es ringt naͤmlich gewiß in ihm ein urkraͤf⸗ tiger, gewaltiger, nicht bei der Phantaſie um ein Kleid fuͤr die froſtige Reflexion bettelnder Geiſt, der ſich aber aus Mangel an Gegenſtand der Kraft, gegen ſich ſelbſt gewendet, zerſchlaͤgt und zerſtoͤrt, weil ihm die wahre, tiefe Liebe nicht aufgegangen. Daher die Vorliebe fuͤr das rieſenhaft Trutzige, Hoͤlliſche, ſchwarz Magiſche; da⸗