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Griechen freilich lehrte das ſchon ſein Gefuͤhl fuͤr Maaß und Schicklichkeit. Iſt denn aber in dieſen euren Tra⸗ goͤdien ein heiteres, wohlgemuthes Handeln aus der Idee? Ehe der Vorhang zu eurer Tragoͤdie auf⸗ rauſcht, war ſchon eine mishaͤllige Frevelthat be⸗ gangen; ſie ſteht nun, als geſpenſtiſche Begebenheit erzaͤhlt, hinter dem Vorhang und wuͤrgt, ein ewig ſich wiederkaͤuender Fluch und Frevel, die da vorn, welche eben handeln ſollten. Nennt ihr das etwa Handlung, oder That? So etwas mußte wol Anlaß ſeyn, der Schuld die That nachzutragen, wenn nicht uͤber⸗ haupt der wolluͤſtige Graͤßlichkeitskitzel der Zeit Urſach waͤr'. Aber mit dem Wuͤrgen iſt es ja doch uͤber⸗ haupt nicht abgethan. Das uͤberlaͤßt die Poeſie der Geſchichte, ihrem Zwieſpalt und ihren feindſeligen Rei⸗ bungen, indeß ſie ſich ausgleichend, verſoͤhnend in die Mitte ſtellt zwiſchen ſie und die Ethik, wie dies Stef⸗ fens ſo ſchoͤn dargethan hat, und vermuthlich in ſeinen verſprochenen Karikaturen des Heiligſten noch naͤher nachweiſen wird. Und ſomit faͤllt ja dieſe Anſicht auch vor der Wiſſenſchaft. Denn auch ſie kann nie bei ei⸗ nem Einzelnen ſtehen bleiben, weil die wahrhafte Na⸗ turanſchauung dem Einzelnen das Ganze gegenuͤber⸗ ſtellt und es in ihm ausgleicht, von den beſondern, der Ergaͤnzung beduͤrftigen Momenten des Einzelnen dahin
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