Druckschrift 
Manfred : Trauerspiel / von Lord Byron. Teutsch von Adolf Wagner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

223

fenen Schatten, alſo das Nichtige zu treffen, indem es den Geiſt, die eigentliche Ideenheimath und ihre reinſte Verklaͤrung wie auf einem Eliaswagen dieſer Welt enthob, ſo daß damit ſelbſt wieder das Poſitive in ſein, uns Menſchen in unſerer dermaligen Schmer⸗ zensgeſtalt freilich nicht zugaͤngliches, Heiligthum zu⸗ ruͤcktrat. So faßte es doch gewiß ſchon Sophokles im Schluß ſeiner Trilogie, dem»Oedipus auf Kolonos.« Wollte man uns hier entgegnen, das ſei ja aber eben nicht plaſtiſch, und mithin auch nicht der Kunſt dar⸗ ſtellbar, ſo laͤugnen wir dies entweder gar nicht, ſon⸗ dern, indem wir an die Idee der Adraſteia ſelbſt, an Spruͤchlein, wie»Nicht zuviel!« oderRuͤhre nicht, Bock! es brennt« erinnern, weiſen wir vielmehr die Kunſt und ihre Goͤtzendiener in ihre Schranken zuruͤck, oder wir halten es wenigſtens nicht auf dieſe Weiſe und mit Hoͤllenſchwarz ausfuͤhrbar. Alſo die Chriſten⸗ welt kennt nur einen Herrn Himmels und der Erde und alles deſſen, was darinnen iſt, eine Nothwendigkeit, welcher Augen eingeſetzt ſind, mithin eine Vorſehung. Wenn nun aber dieſe, uns als liebevollſter Vater ſich offenbarende, um jenen hohen Geiſtesfrieden, jene un⸗ getruͤbte heitere Seligkeit, kurz das Himmelreich, zu gruͤnden und herbeizufuͤhren, ſomit aber der Hoͤlle und dem Tode die Macht zu benehmen, das Reich von die⸗