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Manfred : Trauerspiel / von Lord Byron. Teutsch von Adolf Wagner
Entstehung
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chem Guten, das zu Tage gefoͤrdert ward, war doch eine Ausgelaſſenheit, eine vornehme Unbeſorgniß, eine Lebenshaſt und Lebensgier, eine Luͤderlichkeit, ein Ue⸗ bermuth eingeriſſen, die ihre Schatten nothwendig auch in die Poeſie werfen und in Herzensverſengung und Ausdoͤrrung enden, oder davon ausgehen mußten, weil ja die Kunſt, mehr oder weniger dem Leben nach⸗ tretend, es reflectirt. So ſchwankte, oder ſtuͤrmte man denn, weil das geprieſene Vorhandene der gefeierten Gegenwart nicht genuͤgte, freilich wol auch den zumal ſo haſtig Strebenden nicht genuͤgen konnte, eine neue Welt aber nur noch in falſchen Wehen ſich ankuͤndigte, in die alten Zeiten der Religion, Minne und Ehre zuruͤck, und, nachdem man manche ſchoͤne Erzeugniſſe jener Zeit wieder vorgefuͤhrt, ſuchte man die Zeitwelt ſelbſt zur fruͤhern Untergegangenen umzugeſtalten. Dies kindiſche Streben ward nach und nach eine Krankheit, welche, als geiſtige, in der phyſiſchen Augenkrankheit, die unſer Goethe Akyanoblepſie nennt, ein gleichartiges Gegenbild hat, und durch den eben geruͤgten Mangel an pſychiſcher Diaͤt nur gefaͤhrlicher und anſteckender wurde. Man koͤnnte ſie, wohlverſtanden, als eine Art der Lichtenbergiſchen Ultrakrepidamie anſehen und in kuͤnftigen Geſchichtskompendien der Poeſie als Hip⸗ pomanie auffuͤhren. Weil nun aber dadurch Sinn und