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Manfred : Trauerspiel / von Lord Byron. Teutsch von Adolf Wagner
Entstehung
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res Leben noch nicht eingetreten war, vermiethete ſich auch die Poeſie eine Zeit lang an die winzige Alltaͤg⸗ lichkeit, an dieſen juͤdelnden Kraͤmer⸗ und Hoͤkergeiſt des Tags, und verwechſelte Wahrheit und Natuͤrlichkeit mit Erſtorbenheit und Ertoͤdtung der Idee. Somit aber wurde durch Bankbruchgeſchichten, Familien⸗Klatſch, Jammer und Noth, Ueppigkeitsausſtellungen und Durch⸗ ſtechereien eine Art von Ekelkur unwillkuͤhrlich beſtan⸗ den. Der Kranke erholte ſich etwas von dem Maras⸗ mus und der Spannungsloſigkeit; aber das indeß auch wunderſamlich veraͤnderte Welt⸗ und Staatsklima wirkte auf den langſam Geneſenden, muͤhſam Kraft⸗ ſchoͤpfenden, allzu aufregend und nachtheilig ein. Es trat eine Kraftperiode, wie man es nennt, ein, eine bilderſtuͤrmeriſche Haſt, eine Zerſtoͤrungsluſt. Schil⸗ ler hatte bereits durch ſeine»Raͤuber,« Heinſe durch »Ardinghello« der Pſyche an der Sonnengluth der Phantaſie die Fluͤgel verſengt, ſo daß ſie ſich nur in einem Utopien gefallen wollte. Nachdem nun der treffliche Schiller ſich vielfach verſucht, und die von der Kritik und dem hiſtoriſchen Studium der Poeſie ausgebeuteten Ideen, wie der Romantik, des Katho⸗ licismus ꝛc., mannichfaltig ausgebildet und geſtaltet hatte, gerieth er auch auf die Schickſalsidee, als dem Griechenthum eigenbehoͤrig, und wie ſie ſchon im