Teil eines Werkes 
Band 3-4 (1834)
Entstehung
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2 Seite 194. Was wir jetzt in der Liebe das Sen⸗ timentale nennen, war den Alten ſehr wenig bekannt, und findet ſich uͤberhaupt ſelten außer dem Chriſtenthum. Es iſt ein Gefuͤhl, welches genau nicht mit dem Glauben, ſonbern mit der überzeugung in Verbin⸗ dung ſteht, daß die Liebe geiſtiger Natur, und wie der Geiſt ſelbſt, unſterblich iſt. Chateaubriand hat in je⸗ nem Werke, welches ſo viele Wahrheiten und ſo viele Irrthuͤmer enthaͤlt, in ſeinem: Genius des Chriſten⸗ thums, mit bluͤhender Beredtſamkeit dieſes Gefuͤhl ent⸗ wickelt. Es bildet in der That den großen Unterſchied zwiſchen der klaſſiſchen und der modernen Poeſie der Liebe. Ich glaubte daher, daß ich in übereinſtimmung mit der Wahrheit, und der Natur das Bewußtſein die⸗ ſes Gefuͤhls in Glaukus nach ſeiner Bekehrung zum Chriſtenthum vorausſetzen duͤrfe, wenn er auch mehr im Allgemeinen es ahnet, als deſſen Urſache gruͤndlich darzulegen vermag.

3) Seite 197. Es ſind bis jetzt 350 bis 400 Ske⸗ lette in Pompeji entdeckt worden; da aber ein großer Theil der Stadt noch verſchuͤttet liegt, ſo können wir die Zahl der in der Zerſtörung Umgekommenen noch nicht uͤberſehen. Wir haben jedoch Gruͤnde, zu glauben, daß es im Verhaͤltniß zu denen, die ſich retteten, nur Wenige ſind. Die Aſche war offenbar ſpaͤter von man⸗ chen Haͤuſern fortgeraͤumt worden, wahrſcheinlich um die zuruͤckgebliebenen Schätze aufzuſuchen. Mit dem Hauſe unſeres Freundes Salluſt war dies auch der Fall. Die Skelette, welche der Leſer, fuͤr eine Zeit lang wie⸗ der belebt, ihre kurze Rolle auf jener Buͤhne unter dem Namen Burbo, Kalenus, Diomedes, Julia und Arba⸗ ces hat ſpielen ſehen, wurden grade ſo gefunden, wie es im Tept beſchrieben iſt; moͤgen ſie erfolgreicher