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An ſiebzehn Jahrhunderte ²) waren verfloſſen, als die Stadt Pompeji in ihrem ſtillen Grabe wieder aufgedeckt wurde; ihre Wände noch ſo friſch bemalt, als von geſtern— keine Farbe erblichen auf dem reichen Moſaik der Fußboͤden,— auf dem Foro noch die halb vollendeten Saͤulen— vor den Baumen in den Gaͤrten der Opfer⸗Dreifuß— in den Hallen die Schatzkiſte— in den Bädern die Striegel— in den Theatern die Einlaßkarte— in den Sälen die Moͤbel und Lampen— in dem Triklinium die überbleibſel des letzten Mahls— in dem Cubicu⸗ lum die wohlriechenden Salben und die Schminke der untergegangenen Schoͤnheit, und uͤberall die Ge⸗ beine der Skelette Derer(²), die einſt jene tige Scene des Luxus belebten.
In den gewoͤlbten Kellern unter der Villa des Diomedes wurden nahe an einer Thuͤre zwanzig Skelette gefunden(unter denen das eines Kindes), die durch einen feinen Aſchenſtaub bedeckt waren, der ohne Zweifel nach und nach durch die Offnungen gedrungen war, bis er den ganzen Raum erfuͤllt hatte. Auch fand man Juwelen und Muͤnzen, Kan⸗ delaber, und Wein, welcher in der Amphora fuͤr ein unſterbliches Leben verhaͤrtet zu ſein ſchien. Der durch die Dämpfe getrocknete feuchte Staub hatte
*) Zerſtört im Jahre 79 nach Chriſti Geburt, zuerſt wieder entdeckt im Jahre 1750.


