Teil eines Werkes 
Band 3-4 (1834)
Entstehung
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ſchloſſen hatte, die Flucht auf der See zu verſuchen, ſie in jener Richtung ihn am wahrſcheinlichſten wie⸗ der auffinden koͤnne. Indem ſie mit dem Stabe, den ſie immer trug, ihren Weg verfolgte, vermied ſie mit unglaublicher Gewandtheit den Schutt und die Ruinen, welche uͤberall in den Straßen umher lagen, und fand, ohne ſich zu irren(ſo guͤnſtig war ihr jetzt die im gewoͤhnlichen Leben ſo ſchreckliche Blind⸗ heit) den naͤchſten Weg nach dem ufer des Meeres.

Das arme Maͤdchen! ihr Muth war ſo aus⸗ dauernd! Auch ſchien das Schickſal ſelbſt ihre Huͤlf⸗ loſigkeit zu unterſtuͤtzen! Die heißen Waſſerſtrahlen trafen ſie nicht, außer in dem allgemeinen Regen, der dieſelben begleitete; die niederſturzenden Schlacken und Steine riſſen das Pflaſter um ſie her auf, und verſchonten jene zarte Geſtalt; und wenn die leich⸗ tere Aſche auf ſie fiel, ſchuͤttelte ſie dieſelbe gleich ab*), und verfolgte unerſchrocken ihren Weg.

Schwach, von Gefahren umgeben, aber furchtlos, und durch einen Wunſch aufrecht erhalten, war ſie ein Bild der Pſyche auf ihren Wanderungen; der Hoffnung, die durch das Thal der Schatten pil⸗ gert, des Geiſtes ſelbſt verlaſſen, aber nicht muth⸗ los mitten unter den Muͤhſeligkeiten des Lebens.

*) Ein ſchwerer Aſchenregen fiel auf uns, den wir dann und wann abſchuͤtteln mußten, weil wir ſonſt waͤren verſchuͤttet und begraben worden. Plinius.