„Ich bewillkommne nie ein lebendiges Weſen— außer die Eule, den Fuchs, die Krote und die Schlange— deshalb kann ich auch Euch nicht be⸗ willkommnen; aber kommt ohne Willkomm an das Feuer; weshalb ſollen wir Complimente machen?“
Die Sprache, in der die Hexe ſie anredete, war ein ſonderbares und barbariſches Latein, in welches manche Worte aus einem noch roheren und älteren Dialekt mit unterliefen. Sie bewegte ſich nicht von ihrem Sitze, ſondern hatte ſtarr ihre Blicke auf ſie gerichtet, als Glaukus Jonen half, die Mäntel ab⸗ zulegen, und er ihr einen Sitz auf einem Holzhau⸗ fen bereitete, da keine andere Vorrichtung dieſer Art zu bemerken war,— und die Kohlen zu einer leb⸗ hafteren Flamme anblies. Die Sklavin, durch das Beiſpiel ihrer Gebieterin ermuthigt, legte ebenfalls ihre lange Palla ab, und ſuchte ſich ängſtlich auf der andern Seite des Heerdes einen Sitz.
„Ich befuͤrchte, daß wir Dich ſtören,“ ſagte Jone mit einſchmeichelnder Stimme.
Die Hexe erwiederte nicht; ſie erſchien, wie ein Weſen, welches fuͤr einen Augenblick von den Todten auferſtanden, darauf aber gleich in den ewigen Schlummer zuruck verfallen war.
„Sagt mir,“ fragte ſie plötzlich nach einer lan⸗ gen Pauſez„ſeid Ihr Bruder und Schweſter?“— „Nein,“ ſagte Jone erröthend.
„Seid Ihr verheirathet?“—


