5
4
213
„Ha!“— rief der Egyptier heftig, indem ihm das Blut in die Wangen ſtieg;„ich kenne blos einen jungen und edlen Athenienſer in Pompeji.— Kann es Glaukus ſein, von dem Du ſprichſt?“—
„Ach, verrathe mich nicht, dieſes iſt allerdings ſein Name.“
Jetzt wurde die Aufmerkſamkeit des Arbaces in höherem Grade erregt; konnte dieſe Zuſammenkunft, die ihm bisher, da er ſich nur mit der Leichtglaͤubig⸗ keit und Eitelkeit des jungen Mädchens unterhalten hatte, unbedeutend erſchienen war, fuͤr ſeine Rache nicht vielleicht Mittel darbieten?
„Ich ſehe, Du kannſt mir nicht beiſtehn,“ ſagte Julia, die durch ſein Stillſchweigen ſich verletzt fuͤhlte; „werrathe wenigſtens mein Geheimniß nicht! und noch⸗ mals ſage ich Dir Lebewohl!“—
„Ich will,“ ſprach der Egyptier im ernſten Tone, „Deinen Wunſch erfullen— Höre mich;— ich ſelbſt habe mit dieſen Kuͤnſten mich nicht beſchaͤftigt— aber ich kenne eine Zauberin, die darin bewanbert iſt. An dem Fuße des Veſuv, kaum eine Stunde von der Stadt, wohnt eine maͤchtige Hexe; bei dem Schein des Neumondes hat ſie Kraͤuter geſammelt, welche die Eigenſchaft beſitzen, die Liebe fuͤr ewig zu feſſeln. Ihre Kuͤnſte vermoͤgen es, das Herz Deines Geliebten Dir zuzuwenden. Suche ſie auf, und nenne ihr den Namen des Arbaces; ſie furchtet die⸗


