in meiner fruͤhern Jugend dieſer Mittel mich nicht
bedient haben ſollte. Ich kann Dir wenigſtens Rath geben, wenn Du aufrichtig gegen mich ſein willſt; ſage mir daher zuerſt, ob Du unverheirathet biſt, wie Dein Anzug es andeutet.“
„Ja,“ erwiederte Julia.
„Und willſt Du vielleicht einen reichen Geliebten gewinnen?“—
„Ich bin reicher, als der, welcher mich ver⸗ achtet.“
„Das iſt ſeltſam, und Du liebſt ohne Gegen⸗ liebe?“—
„Ich weiß nicht, ob ich ihn liebe,“ erwiederte Julia ſtolz,„aber ich weiß, daß ich gerne uͤber eine Nebenbuhlerin triumphiren moͤchte— ich wuͤnſchte den, welchem ich gleichguͤltig bin, in Liebe zu mir entbrennen, und dagegen die, welche er mir vorzieht, verachtet zu ſehn.“
„Das ſind ganz natuͤrliche weibliche Wuͤnſche,“ ſagte der Egyptier, zu ernſt, als daß man es fuͤr Ironie hätte nehmen koͤnnenz„aber willſt Du, ſchö⸗ nes Mädchen, mir nicht den Namen Deines Gelieb⸗ ten anvertrauen? Kann er, wenn er Reichthum ver⸗ achtet, und ſelbſt gegen die Schoͤnheit blind iſt, ein Pompejaner ſein?“—
„Er iſt aus Athen,“— erwiederte Julia, indem ſie die Augen niederſchlug.—
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