Teil eines Werkes 
1. Th. (1834)
Entstehung
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nug, um genau zu unterſcheiden, welche Farben ihr am meiſten zuſagten, und welche Schattirung und Schminke ihren Wangen die meiſte jugendliche Friſche verleihen mochte.

Auf dem Tiſche, vor dem ſie ſaß, ſtand ein klei⸗ ner, runder Spiegel von fein polirtem Stahl, und um ihn lagen die Juwelen und die Kaͤmme, die Bänder und die goldenen Nadeln, und alle Schoͤn⸗ heitsmittel, Salben und wohlriechenden Eſſenzen, welche beſtimmt waren, ihre natürlichen Reize durch die Kuͤnſte der Toilette und die launenhaften Gebote der Mode zu erhohen. Die nach pompejaniſchem Geſchmack mit bunten Fresken mannichfaltig bemal⸗ ten Wände erglaͤnzten durch die Dämmerung. Die Fuͤße der Julia ruhten auf einer Tapete von orien⸗ taliſcher Weberei. Auf einem andern Tiſche in der Nähe ſtand ein ſilberner Napf, und eine Caraffe von demſelben Metall eine ausgelöſchte Lampe von herrlicher Arbeit, in welcher der Kuͤnſtler einen un⸗ ter den Zweigen eines Myrthenbaums vuhenden Cu⸗ pido dargeſtellt hatte; und eine kleine Papyrusrolle, auf der die ſüßeſten Elegien des Tibullus geſchrieben waren. Vor der Thure, welche in das Cubiculum fuͤhrte, hing ein, reich mit goldenen Blumen ge⸗ ſtickter Vorhang. So war das Toilettenzimmer einer Schoͤnheit vor achtzehn Jahrhunderten beſchaffen.

Die ſchone Julia lehnte ſich nachläſſig auf ihren Seſſel zuruͤch, wahrend die Oruatrix(. h. die Skla⸗