XIV
ſteht darin, ſeinen Geſchoͤpfen den Lebensathem einzuhauchen, und zunachſt iſt es nothwendig, ihre Worte und Handlungen mit dem geſchicht⸗ lichen Zeitabſchnitt in Uebereinſtimmung zu brin⸗ gen, in welchem ſie ſprechen und handeln. Dieſe letztere Bedingung wird wohl am wirk⸗ ſamſten erreicht, wenn der Leſer ſie nicht ſelbſt beſtaͤndig als Abſicht hervorleuchten ſieht, wenn nicht der Text mit Anmerkungen und Noten uͤberfuͤllt wird. Fortlaufende Beziehungen auf gelehrte Autoritäten haben bei romantiſchen Be⸗ arbeitungen etwas Ermuͤdendes und Arrogantes. Sie erſcheinen wie das Selbſtlob des Verfaſſers uͤber ſeine eigene Genauigkeit und Gelehrſam⸗ 5 keit— ſie dienen mehr zu einer Ausſtellung der letztern, als zur Verdeutlichung ſeiner Zwecke. Das Talent, welches den Geiſt des Alterthums jenen Darſtellungen einzuverleiben verſteht, iſt vielleicht die wahre Gelehrſamkeit, welche ein Werk dieſer Art erfordert— ohne daſſelbe iſt die Pedanterie zuruͤckſtoßend, mit demſelben aber zwecklos. Niemand, der genau weiß, auf wel⸗ cher Stufe jetzt die proſaiſche Fiktion ſteht, der ihre Wuͤrde kennt, ihren Einfluß, die Art und Weiſe, wie durch ſie faſt alle ähnlichen Rich⸗ tungen der Literatur verdraͤngt wurden,— die 7 Vereinigung der beiden Zwecke, des Nuͤtzlichen und des Unterhaltenden— kann ſo ſehr ihre


